Mein erster Irish Wolfhound

Wie bei vielen Leuten, war der Irish Wolfhound für mich ein langer, unerfüllter Traum. Meine erste Begegnung hatte ich als Kind mit ca. 10 Jahren auf einem Reitturnier. Ich saß gemütlich im Gras, als mich jemand vorsichtig von hinten anstieß. Mit einem Satz war ich auf den Füßen, denn mit sowas hatte ich nicht gerechnet: ein riesiger grauer Hund, der meiner Panik mit absoluter Gelassenheit entgegentrat. Sehr schnell ließ er mich erkennen, dass man vor ihm wirklich keine Angst haben musste. Dann ging er wieder seiner Wege.

Ich war von diesem freundlichen Riesen so beeindruckt, dass ich damit begann, mich über diese Hunderasse zu informieren und die sehr seltenen Berichte aus Hundezeitschriften zu sammeln. Meine nächste Begegnung mit diesen tollen Tieren ließ dann aber einige Jahre auf sich warten. Als ich 17 war, kaufte sich die Besitzerin des Stalls in dem ich mein Pferd eingestellt hatte, die erste Irish Wolfhoundhündin. Seit dieser Zeit war für mich klar, dass ich irgendwann einen solchen Hund besitzen wollte.

Mit 22 Jahren bekam ich meinen ersten eigenen Hund. Eine schwarze Schäferhund-Riesenschnauzer-Mix-Hündin, die ich mit acht Wochen von einem Bauernhof holte. Als unsere Wisby im Alter von 1/2 Jahr hinten immer wieder extrem lahmging, wurde beim Tierarzt eine schwere HD festgestellt. Trotz ihrer schweren Krankheit und Dank meines Tierarztes wurde meine Wisby fast 13 Jahre alt. Ich werde für diese schöne Zeit mit ihr immer dankbar sein. Im Frühling bekam meine Wisby im Hundesalon immer eine Kurzhaarfrisur verpasst. Die Eigentümerin des Salons stellte jedes mal die Ähnlichkeit meines Hundes zu Irish Wofhounds fest und schwärmte mir von Ausstellungen vor, bei denen eine Züchterin sehr erfolgreich mit ihren Wölfen war und teilweise mit mehreren Hunden an der Leine durch den Ring trabte. Ich bat sie um die Adresse der Züchterin, die ich dann aber über 10 Jahre bei mir zu hause liegen hatte, bevor ich dort anrief.

Nach dem Tod von Wisby hatten wir fast drei Jahre keinen Hund. Eine Katze beschloss jedoch in dieser Zeit bei uns einzuziehen. Unsere Andre (Spitzname Andele) ist wie die meisten Katzen ein kleiner Haustyrann und mit seinem katzenüblichen Verhalten der Chef über die im Haus lebenden Menschen und Hunde. Nach drei hundelosen Jahren kam der Entschluss: Jetzt muss wieder ein Hund ins Haus! Also warum nicht einen älteren Hund aus dem Tierheim holen und ihm noch ein paar schöne Jahre schenken. Unser Favorit war ein 12-jähriger Labrador-Mischling, den wir auf Probe mit nach Hause nahmen. Sehr schnell stellte sich heraus, dass dieser "ältere Herr" einen solchen Jagdtrieb hatte, dass alle Katzen der Umgebung sich sofort in akuter Lebensgefahr befanden. Er sprang trotz seines hohen Alters aus dem Stand über 1,20 m hohe Zäune und konnte außerdem alle Türen des Hauses öffnen. Ein Hund, den man nicht alleine in den Garten lassen konnte und der sich niemals an unsere Katze gewöhnen würde.